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Versiegelung

Was ist Flächenversiegelung

Bei der Flächenversiegelung ist die Erdoberfläche durch unterschiedliche Materialien so bedeckt oder verändert, dass kein Niederschlagswasser versickern kann. Hauptursache für Versiegelung sind Verkehrswege, Bauland und die Verdichtung der natürlichen Böden durch schwere landwirtschaftliche Maschinen.

Bundesweit werden ungefähr 80 Hektar pro Tag

Die Zunahme

Durch Versiegelung der Landschaft steigt der Anteil des Niederschlags, der direkt abfließt. Damit erhöht sich die Abhängigkeit der Wassermenge vom Wetter erheblich. Auen, Wälder und (zu geringerem Teil) auch naturnah bewirtschaftete Wiesen können die Regenmenge verteilen und zwischenspeichern.

Die zunehmende Versiegelung der Landschaft, insbesondere in Siedlungsgebieten, führt zu Problemen bei der Abführung des Oberflächenwassers. So besteht bei fehlender Drainage die Gefahr, daß der Keller überschwemmt wird. Findet das Wasser nicht den direkten Weg ins Gebäude, drückt es von außen auf die Wände und kann bei mangelhafter Vertikalabdichtung zur Durchfeuchtung des Mauerwerks führen.

Versiegelte Flächen vermindern zudem die Bildung von Grundwasser.

Im wesentlichen können folgende drei Arten von Versiegelung unterschieden werden:

1. Vollversiegelung z. B. Teerdecken, Gebäude,

2. Teilversiegelung z. B. Pflasterung, Gehwegplatten

3. Unterflurversiegelung z. B. mit Boden abgedeckte Tiefgaragen.

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche ist zu ca. 50 % vollständig versiegelt. Die restlichen 50 % sind wohnflächenbezogene Freiflächen, die nur teilweise oder gar nicht versiegelt sind.

Die Versiegelung führt insbesondere zu folgenden negativen Aspekten:

· Verschlechterung der klimatischen Situation

· Grundwasserreduzierung

· Erhöhung der Überschwemmungsgefahr

· Verlust von Lebensräumen (Biotopen) für Flora und Fauna.

Eine Reduzierung dieser Umweltwirkung lässt sich durch den Verzicht auf Versiegelung bzw. die Wahl wasserdurchlässiger Versiegelungsmaterialien erreichen. Planerische Möglichkeiten zur Reduktion der überbauten Fläche sind insbesondere:

· Festsetzung der zulässigen Versiegelungsmaterialien
(Verwendung durchlässiger Versiegelungsmaterialien)

· Festsetzung der Dachbegrünung
(Rückhaltung von Niederschlagsabflüssen mittels Dachbegrünung)

· Festsetzung der Versickerung von Niederschlagsabflüssen
(auf den Grundstücken bzw. Zentrale Versickerung)

Die Umsetzung erfolgt über Textliche Festsetzung zum Bebauungsplan, z.B.:

· Versiegelungsmaterialien
Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes sind ... nur in wasserdurchlässiger Ausführung (Pflaster mit mindestens 30 % Fugenanteil, Rasensteine, Schotterrasen o. ä.) zulässig.

· Dachbegrünung
Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes sind die undurchsichtigen Dachflächen über Gebäuden mit mehr als 10 qm Grundfläche flächendeckend zu bepflanzen. Ausnahmsweise sind über bis zu 40 % der Grundfläche andere Materialien zulässig, wenn dies für die Nutzung erneuerbarer Ressourcen (Sonnenlicht, Umgebungstemperatur etc.) erforderlich ist.

· Versickerung
Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes ist das Oberflächenwasser einschließlich anfallendem Wasser von Dachflächen auf dem Grundstück zur Versickerung zu bringen bzw. im Trennsystem dem vorhandenen Rückhaltebecken zuzuführen.

Notwendigkeit einer modernen Regenwasserbewirtschaftung

Überschwemmungen und Hochwasser hat es immer schon gegeben. Flussbegradigungen und die Trockenlegung natürlicher Überschwemmungsgebiete zur Schaffung neuer Baugebiete fördern die Hochwasserbildung ihrerseits, da die zunehmende Versiegelung durch die Ausweisung neuer Baugebiete die Möglichkeit erheblich reduziert, den Boden als Wasserspeicher zu nutzen. Ein trockener Boden führt zu einer Vernichtung der Vegetation, die ebenfalls Wasser speichert und durch Verdunstung wieder an die Atmosphäre abgibt. Dies führt zu einem trockneren und wärmeren Kleinklima was letztendlich zu einer abnehmender biologischer Aktivität führt. Etwa 50 Prozent der Außenflächen der Wohngebäude sind in Deutschland so angelegt, dass die Planung den fast ausschließlichen Wasserabfluss über die Kanalisation vorsieht. Den infolgedessen bestehenden Handlungsbedarf haben die Kommunen erkannt. In vielen Städten und Gemeinden werden deshalb bereits die Berechnungsgrundlagen für die Regenwassergebühren deutlich herabgesetzt, sobald das Regenwasser ganz oder teilweise auf dem Grundstück gehalten wird. Teilweise wird Gebührenfreiheit gewährt oder Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung bezuschusst. Deutlicher Ansporn, im Umweltbereich aktiv zu werden. mehr

Kosten der Regenwasserentsorgung

Die Zunahme an versiegelter Fläche erfordert immer neue und größer dimensionierte Entwässerungseinrichtungen, um das anfallende Oberflächenwasser aufzunehmen und abzuleiten. Trotz der periodischen Überflutung macht sich zunehmend ein qualitativer und quantitativer Mangel an Frischwasser bemerkbar. Lebensnotwendiges Trinkwasser wird mit immensen Kosten über Hunderte von Kilometern transportiert oder den Flüssen abgerungen. Trotz kostenintensiver Tiefbohrungen und Reinigungsanlagen kann dabei nicht immer eine optimale Qualität gewährleistet werden. Und doch wird dieses aufwendig aufbereitete Wasser für die Bewässerung von Grünanlagen, für die Klospülung oder zum Putzen verschwendet.

Grenzen der Versickerung

Nicht jeder Untergrund eignet sich für Versickerung. Dichtgelagerte lehmige Böden können das Wasser nicht schnell genug in den Untergrund ableiten. Es besteht die Gefahr eines Rückstaus. Kiesige, sandige Böden leiten das Wasser zwar schnell in den Untergrund ab, durch die schnelle Einleitung verliert der Bodenkörper jedoch seine Filterwirkung. Es kann zu einer Beeinträchtigung des Grundwassers kommen. Obwohl die biologische Aktivität der obersten Bodenschichten Schadstoffe abbauen kann, darf Oberflächenwasser von schadstoffbelasteten Flächen wie Tankstellen oder Werkhöfen grundsätzlich nicht in den Untergrund eingeleitet werden. Auch bei einem mittleren Grundwasserabstand von weniger als 1,0 m unter der Sohle der Versickerungseinrichtung darf Oberflächenwasser nicht mehr in den Untergrund eingeleitet werden. Schachtversickerungen ohne reinigende Oberbodenpassage sind daher zu vermeiden. Versickerungsaktive Beläge können nur in seltenen Fällen allen ankommenden Niederschlag versickern. Bei Frost oder sintflutartigen Regenfällen sinkt die Leistungsfähigkeit. Hier erscheint ein Notüberlauf in angrenzende Pflanzflächen oder Versickerungsmulden durchaus sinnvoll. Unterirdische Versickerungseinrichtungen wie Schächte oder Rigolen bleiben dagegen vom Frost in oberen Bodenschichten unbeeinträchtigt.




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